Brunnwirt Fuschl am See

Aktuelles.

Brunnwirt Restaurant

Pressebericht im Salzburger Fenster vom 6.8.2015


„Brunnwirt“ in Fuschl
Genuss am Prüfstand
„Schuld“ an der Misere ist Anton Leitner aus Thalgau. Man schreibt das Tier Waguy, aber wie sprichst du es aus?
Brunnwirt in Fuschl

Der Duden schweigt, bei „WordKiwi“ hörst du im Internet waschiu – was sicher ganz richtig ist, aber den Nachteil hat, dass dich kein Mensch versteht. Englisch soll es korrekt wadju tönen, die Brandstätters in Fuschl sagen wägju. Am einfachsten wäre natürlich, man spräche von Kobe-Rind – nur ist das zwar verständlich aber inhaltlich falsch. Kobe darf das Tier nur heißen, wenn es im japanischen Kobe gezüchtet wurde. Genauso wie Sekt nur dann Champagner genannt werden darf, wenn er aus der Champagne kommt. Das teuerste Fleisch der Welt – und du weißt nicht einmal, wie du es unfallfrei bestellst.

Tägliche Massage und ein gutes Glas Weißbier für die Tiere
Ja, das ist der Bauer, der den wunderbaren Spargel produzierte, dem trotz beachtlichen Erfolges allerdings das Risiko eines Totalausfalls wegen Spätfrost zu hoch war. So stellte er 2011 vom gemäßigten auf maximalen Luxus um. Seine Fläche reicht gerade aus, zehn bis fünfzehn Rinder zu füttern. Von der Milch der Schwarzbunten kann er nicht leben, es mussten schon Tiere sein, die mehr abwerfen. So kam er auf die Japaner.
Kleiner sind sie als unsere Rassen, schwarz wie der Teufel, langsam im Wuchs und mit einer weltweit gerühmten Fleischqualität gesegnet. Auslauf, tägliche Massage und ein gutes Glas Weißbier lässt Leitner seinen Tieren zukommen – neben einer Futtermischung, über die er nicht spricht. Der Bauer hatte bei Johannes Brandstätter vom „Brunnwirt“ in Fuschl nachgefragt, ob sich so ein Luxus-Produkt bei uns vermarkten lässt, der Haubenkoch nickte. Ist eine zulässige Frage bei mehr als 400 Euro Verkaufspreis pro Kilo Filet. Selbst das Faschierte liegt noch bei 30 Euro pro Kilo, Leitner hat am Hof einen Stand für Wagyu-Burger. Den Vorkoster aber zog es nach Fuschl.


Herrlicher Gastgarten


Denn der dortige „Brunnwirt“ ist ein magischer Ort. Nichts gegen das Haus mit seinen Marmorböden und der soliden Einrichtung, mindestens 600 Jahre ist es nun alt – ob älter, weiß man nicht, da alle Unterlagen von vor 1405 verbrannt sind. Unwiderstehlich ist bei Schönwetter der Garten. Eine Wiese unter Bäumen, Teak-Tische und -Stühle, der Blick über den gesamten Fuschlsee – und du schaust den Badegästen beim neuesten Sport zu: stehend Paddeln auf Surfbrettern, bis die Sonne versinkt und der Schober sich im Nachtdunkel auflöst. Das beruhigt.
Du musst vorher anrufen, ob Johannes Brandstätter ein Stück Wagyu-Rind in der Kühlung hat. Er hatte ein Beiried gekauft, auf die Karte kommt das Stück nicht. Dann musst du tapfer sein, wenn es um den Preis geht: 100 Euro pro Person. Schluck! Aber wozu bist du Vorkoster, wenn nicht dafür, herauszufinden, ob das ein Erlebnis ist oder nicht. Wir begannen mit zwei vorzüglichen Vorspeisen: Gedämpfter Waller (16 Euro), von Fenchelsamen bestreut, in Buttersauce auf Fisolen plus zwei gebratene Jakobsmuscheln
(20 Euro) mit Speck in Krebsensud. Und hernach erfreuten eine sanfte Crème brûlée
(12 Euro) plus ein überirdisch lockerer Topfenknödel (13 Euro) mit Nussbröseln, Beeren und einem Vanilleeis.
Dazwischen der Auftritt: eine große Tranche Beiried, in Portionen geschnitten, begleitet von Erdäpfeln und Gemüse. Das Fleisch ist deutlich mehr von Fett durchzogen als vom heimischen Rind gewohnt – aber das gilt als erwünscht. Die Struktur ist überraschend weich, du fragst dich, wie das Tier aufrecht stehen kann. Wagyu ist zartest, schmilzt fast am Gaumen, und lässt einen wunderbar buttrig-nussigen Geschmack zurück. Etwas für einen Fest-Abend und nichts für jeden Tag – aber das bewirkt ohnehin der Preis.
Gertraud Brandstätter sorgte für gute Laune und passende Weinbegleitung – was man sich für einen unvergesslichen Abend wünscht.
Und Wagyu? Sagen wir einfach: unaussprechlich gut.
Brunnwirt, Wolfgangseestraße 11,
5330 Fuschl, Tel. 06226-8236, www.brunnwirt.at


Der Vorkoster vergibt:
2 Hauben / 15 Punkte